Bava Kamma 78

Kapitel 78

א ממנעי ולא עבדי רבי יוסי בר חנינא אמר מעליית אפוטרופוס וחוזרין ונפרעין מן היתומים לכי גדלי
1 würde jeder es ablehnen. R. Jose b. Ḥanina sagt, vom Vermögen des Vormundes, und sobald die Waisen großjährig sind, lassen sie es sich von diesem zurückzahlen.
ב ומעמידים להן אפוטרופין לתם לגבות מגופו תנאי היא
2 Ob man ihnen einen Vormund stelle, um wegen des nicht verwarnten einen dinglichen Ersatz einzufordern, streiten Tannaím;
ג דתניא שור שנתחרשו בעליו ושנשתטו בעליו ושהלכו בעליו למדינת הים יהודה בן נקוסא אמר סומכוס הרי הוא בתמותו עד שיעידו בו בפני הבעלים וחכ"א מעמידין להן אפוטרופין ומעידין בהן בפני אפוטרופין
3 denn es wird gelehrt: Wenn der Eigentümer eines Ochsen taub oder blödsinnig geworden ist, oder nach dem Überseelande verreist ist, so bleibt er wie Jehuda b. Neqosa im Namen des Symmachos sagt, unverwarnt; die Verwarnung muß an den Eigentümer gerichtet werden. Die Weisen sagen, man stelle ihm einen Vormund und richte die Verwarnung an den Vormund.
ד נתפקח החרש נשתפה השוטה והגדיל הקטן ובאו בעליו ממדינת הים יהודה בן נקוסא אמר סומכוס חזר לתמותו עד שיעידו בו בפני בעלים רבי יוסי אמר הרי הוא בחזקתו
4 Wird der Taube wieder hörend, der Blödsinnige wieder verständig, der Minderjährige volljährig, oder kehrt der Eigentümer aus dem Überseelande zurück, so gilt er, wie Jehuda b. Neqosa im Namen des Symmachos sagt, wieder als nicht verwarnt; die Verwarnung muß an den Eigentümer gerichtet werden. R. Jose sagt, er verbleibe bei seinem bisherigen Zustande.
ה אמרו מאי הרי הוא בתמותו דקאמר סומכוס אילימא דלא מייעד כלל הא מדקתני סיפא חזר לתמותו מכלל דאייעד
5 Wie ist das, was Symmachos sagt, er bleibe unverwarnt, zu verstehen; wollte man sagen, er könne überhaupt nicht verwarnt werden, so sagt er ja im Schlußsatze: so gilt er wieder als nicht verwarnt, demnach galt er vorher als verwarnt.
ו אלא מאי הרי הוא בתמותו הרי הוא בתמימותו דלא מחסרינן ליה אלמא אין מעמידין אפוטרופוס לתם לגבות מגופו וחכמים אומרים מעמידין להן אפוטרופוס ומעידין להן בפני אפוטרופוס אלמא מעמידין אפוטרופוס לתם לגבות מגופו
6 Wahrscheinlich ist unter unverwarnt zu verstehen, er bleibe bei seiner Vollständigkeit, man läßt von ihm nichts abkommen, demnach stelle man ihm keinen Vormund, um wegen des Nichtverwarnten eine dingliche Zahlung einzuziehen. Die Weisen aber sagen, man stelle ihm einen Vormund und man richte die Verwarnung an den Vormund; demnach stelle man ihm einen Vormund, um wegen des Nichtverwarnten einen dinglichen Ersatz einzuziehen. –
ז וסיפא במאי קמיפלגי רשות משנה איכא בינייהו סומכוס סבר רשות משנה ור' יוסי סבר רשות אינה משנה
7 Worin besteht ihr Streit im Schlußsatze? – Sie streiten, ob durch den Besitzwechsel eine Änderung eintritt; Symmachos ist der Ansicht, durch den Besitzwechsel trete eine Änderung ein, und R. Jose ist der Ansicht, durch den Besitzwechsel trete keine Änderung ein.
ח ת"ר שור חרש שוטה וקטן שנגח רבי יעקב משלם ח"נ
8 Die Rabbanan lehrten: Wenn ein Ochs eines Tauben, Blöden oder Minderjährigen gestoßen hat, so bezahlt R. Ja͑qob die Hälfte des Schadens. – Was hat R. Ja͑qob getan!? –
ט ר' יעקב מאי עבידתיה אלא אימא רבי יעקב אומר משלם ח"נ
9 Lies vielmehr: wo ist, wie R. Ja͑qob sagt, die Hälfte des Schadens zu bezahlen. –
י במאי עסקינן אי בתם פשיטא דכ"ע נמי ח"נ הוא דמשלם ואי במועד אי דעבדי ליה שמירה כלל כלל לא בעי לשלומי ואי דלא עבדי ליה שמירה כוליה נזק בעי שלומי
10 Von welchem wird hier gesprochen, wenn von einem nicht verwarnten, so ist dies ja selbstverständlich, jeder andere hat ja ebenfalls nur die Hälfte des Schadens zu bezahlen, und wenn von einem verwarnten, so sollte doch, wenn er bewacht worden ist, überhaupt nichts zu bezahlen sein, und wenn er nicht bewacht worden ist, der ganze Schaden zu bezahlen sein!?
יא אמר רבא לעולם במועד והכא במאי עסקינן דעבדי שמירה פחותה ולא עבדי ליה שמירה מעולה
11 Raba erwiderte: Tatsächlich von einem verwarnten, nur wird hier von dem Falle gesprochen, wenn ihm eine leichte Bewachung zuteil wurde, aber keine gediegene.
יב ורבי יעקב סבר לה כרבי יהודה דאמר צד תמות במקומה עומדת וסבר לה כרבי יהודה דאמר מועד סגי ליה בשמירה פחותה
12 R. Ja͑qob ist der Ansicht R. Jehudas, welcher sagt, die eine Hälfte bleibe beim bisherigen Zustande bestehen, ferner ist er der Ansicht R. Jehudas, welcher sagt, für den nicht verwarnten genüge eine leichte Bewachung,
יג וסבר לה כרבנן דאמרי מעמידין אפוטרופוס לתם לגבות מגופו
13 und ferner ist er der Ansicht der Rabbanan, welche sagen, man stelle ihm einen Vormund, um für das nicht verwarnte einen dinglichen Ersatz einzufordern.
יד א"ל אביי ולא פליגי והתניא שור של חרש שוטה וקטן שנגח ר' יהודה מחייב ור' יעקב אומר ח"נ הוא דמשלם אמר רבה בר עולאמה שמחייב ר' יהודה פירש ר' יעקב
14 Abajje sprach zu ihm: Streiten sie etwa nicht, es wird ja gelehrt: Wenn ein Ochs eines Tauben, Blöden oder Minderjährigen gestoßen hat, so ist nach R. Jehuda der Ersatz zu zahlen; R. Ja͑qob sagt, es sei die Hälfte des Schadens zu zahlen!? Rabba b. U͑la erwiderte: R. Ja͑qob erklärt das, was R. Jehuda unter Ersatz versteht. –
טו ולאביי דאמר פליגי במאי פליגי
15 Über welchen [Ochsen] streiten sie nach Abajje, welcher sagt, sie streiten wohl? –
טז אמר לך הב"ע במועד ולא נטריה כלל
16 Er kann dir erklären, hier werde von einem verwarnten gesprochen, der überhaupt nicht bewacht worden ist.
יז ר' יעקב סבר לה כר' יהודה בחדא ופליג עליה בחדא סבר כר' יהודה בחדא דאילו ר' יהודה סבר צד תמות במקומה עומדת ופליג עליה בחדא דאילו רבי יהודה סבר מעמידין להן אפוטרופוס לתם לגבות מגופו ור' יעקב סבר אין מעמידין ולא משלם אלא פלגא דמועד
17 In einer Hinsicht ist R. Ja͑qob der Ansicht R. Jehudas und in einer Hinsicht streitet er gegen ihn. In einer Hinsicht ist er der Ansicht R. Jehudas, daß nämlich die eine Hälfte beim bisherigen Zustande bestehen bleibe, und in einer Hinsicht streitet er gegen ihn, denn R. Jehuda ist der Ansicht, man stelle ihm einen Vormund, um für das nicht verwarnte einen dinglichen Ersatz einzufordern, während R. Ja͑qob der Ansicht ist, man stelle ihm keinen und es sei nur die Hälfte des verwarnten zu zahlen.
יח אמר ליה רב אחא בר אביי לרבינא בשלמא לאביי דאמר פליגי שפיר אלא לרבא דאמר לא פליגי אדמוקי לה במועד נוקמא בתם
18 R. Aḥa b. Abajje sprach zu Rabina: Erklärlich ist dies nach Abajje, welcher sagt, sie streiten, weshalb aber wird es, nach Raba, welcher sagt, sie streiten nicht, auf einen verwarnten bezogen, sollte es doch auf einen nicht verwarnten bezogen werden,